
Städte unter Druck: Kreisumlage soll steigen
Viele Städte im Kreis Mettmann fühlen sich gerade finanziell stark unter Druck - weil die Kreisumlage deutlich steigen soll. Also das Geld das Städte an den Kreis abgeben, damit der zum Beispiel Schulen oder Straßen bauen kann.
Veröffentlicht: Dienstag, 27.01.2026 05:28
Die Kreisumlage ist eine Abgabe, die Städte und Gemeinden an ihren Landkreis zahlen müssen. Sie dient dazu, die Aufgaben des Landkreises zu finanzieren, wie z. B. Schulen, Straßenbau oder soziale Leistungen. Die Höhe der Kreisumlage wird vom Kreistag festgelegt und richtet sich nach der finanziellen Leistungsfähigkeit der Gemeinden. Sie wird aus den Einnahmen der Gemeinden, wie Steuern, berechnet.
Ratingen und Wülfrath sollen zum Beispiel 26 bzw. 29 Prozent mehr zahlen. Allein für Ratingen macht das über 21 Millionen Euro mehr dieses Jahr.
Auch Mettmann wird stärker belastet: Die Kreisumlage steigt von knapp 23,7 auf rund 27,4 Millionen Euro. Die Stadt spricht von einer enormen finanziellen Belastung.
Auch in Haan gibt es ein Plus von gut 14 Prozent. Damit ist die Umlage der größte Einzelposten im Haushalt. Bürgermeister Vincent Endereß fordert Entlastung vom Kreis. Andernfalls würden höhere Kredite, Sparmaßnahmen oder Steuererhöhungen drohen.
Auch für Velbert mit 75 Millionen Euro (inklusive Teilkreisumlagen) ist die Belastung deutlich stärker. Die Stadt warnt vor wachsenden Haushaltsproblemen.
Für Monheim hingegen sinkt die Kreisumlage deutlich von rund 139 auf knapp 87 Millionen Euro. Grund ist der Einbruch der Gewerbesteuer, der zeitverzögert in die Umlageberechnung einfließt.
Das ist auch der Grund für Änderungen: Der Kreis Mettmann erklärt, dass genau dieser Effekt zu einer Umverteilung innerhalb der Städte führt. Monheim habe in den vergangenen Jahren überproportional viel bezahlt und die anderen Städte entlastet. Jetzt trügen Kommunen wie Ratringen, Velbert und Mettmann einen größeren Anteil.
In der folgenden Tabelle seht Ihr, wie sich die Kreisumlage nach aktuellen Plänen verändern soll (Klick zum Vergrößern)
Fazit und Ausblick
Alle Städte rechnen 2026 mit zweistelligen Millionen-Defiziten. Grund sind neben der Umlage vor allem steigende Kosten, etwa für Kitas, Schulen und die Instandhaltung von Gebäuden und Straßen. Die Bilanzierungshilfe – ein Sonderposten für Corona- und Ukrainekosten – soll nach Wunsch der Städte nicht weiter auf die Umlage angerechnet werden. Sie fordern, Rücklagen und Zuschüsse stärker zu nutzen, Ausgaben zu begrenzen und die Kreisumlage zu senken. Auch mehr Zusammenarbeit zwischen den Städten und dem Kreis soll helfen, Kosten zu sparen. Ziel: Die Städte wollen handlungsfähig bleiben und faire Lösungen für alle erreichen. Die endgültige Entscheidung über die Kreisumlage fällt im März im Kreistag.
