
„Niemand darf zögern, den Notruf zu rufen“
In NRW tobt ein Streit um die Kosten für Rettungseinsätze. Ministerpräsident Wüst richtet klare Worte an die Krankenkassen und warnt vor Folgen für die Bevölkerung.
Veröffentlicht: Dienstag, 21.04.2026 11:38
Das ganze Statement von Ministerpräsident Wüst
Streit um Rettungsdienst-Kosten
Seit Jahresbeginn übernehmen gesetzliche Krankenkassen in einigen Städten und Kreisen in NRW nicht mehr alle Kosten für Rettungseinsätze. Besonders umstritten sind sogenannte Fehlfahrten - das sind Einsätze, bei denen kein Transport ins Krankenhaus erfolgt, weil beispielsweise Patientinnen und Patienten vor Ort versorgt werden können. Für die Kommunen entstehen dadurch finanzielle Lücken, eine Einigung ist bislang nicht in Sicht.
Wüst kritisiert Krankenkassen scharf
Ministerpräsident Hendrik Wüst findet deutliche Worte für das Verhalten der Kassen:
„Was die Krankenkassen da machen, ist vorsichtig ausgedrückt ein ziemlich dickes Ding.“
Es sei nicht akzeptabel, dass sich die Kassen aus der Verantwortung ziehen, obwohl sie in der Vergangenheit in die Strukturen des Rettungsdienstes eingebunden gewesen seien. Wüst wirft ihnen vor, jetzt überrascht zu tun, obwohl sie die Problematik kennen müssten.
Sorge vor Folgen für Patienten
Im schlimmsten Fall könnte der Streit direkte Auswirkungen auf gesetzlich Versicherte haben. Sollten sich Krankenkassen und Kommunen nicht einigen, drohen Eigenanteile von mehreren hundert Euro pro Einsatz. Wüst warnt eindringlich:
„Niemand darf zögern, den Notruf zu rufen. Wer in Not ist, muss den Notruf rufen. Punkt.“
Es sei inakzeptabel, mit den Ängsten der Menschen zu spielen.
Land setzt auf Übergangslösung
Die Landesregierung sieht sich in einer Vermittlerrolle und drängt auf eine schnelle Lösung. Das Land selbst will die Kosten jedoch nicht übernehmen. Wüst macht klar:
„Die Krankenkassen sollen bloß nicht glauben, dass wir uns von denen erpressen lassen.“
Stattdessen müssten die Kassen ihrer Verantwortung gerecht werden und gemeinsam mit den Kommunen eine Übergangsregelung finden – zumindest so lange, bis eine bundesweite Klarstellung greift.
Autor: José Narciandi

