
LKA warnt vor Anlagebetrug
Das Landeskriminalamt NRW warnt aktuell vor professionellem Anlagebetrug im Internet.
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Beim sogenannten "Cybertrading" locken Kriminelle mit vermeintlich sicheren Geldanlagen und extrem hohen Gewinnen. Laut der Polizei sehen die Webseiten täuschend echt aus. Opfer sollen zunächst kleine Beträge einzahlen; auf gefälschten Konten werden dann rasante Gewinne vorgetäuscht. Wer sein Geld später zurück will, wird zur Kasse gebeten, etwa für erfundene Steuern. Im vergangenen Jahr zählte die Polizei in NRW fast 6.400 solcher Fälle. Der Schaden liegt bei gut 250 Millionen Euro. Zusätzlich geht die Behörde von einer höheren Dunkelziffer aus. Das LKA rät dazu, bei sehr hohen Gewinnversprechen ohne Risiko immer skeptisch zu sein und niemals unbedacht Geld oder Daten herauszugeben.
Das LKA NRW rät:
- Misstrauen Sie ungewöhnlich hohen Gewinnversprechen. Hohe Gewinne ohne Risiko sind ein Warnsignal. Lassen Sie sich erklären, wie die Anlage funktioniert, welche Kosten entstehen und welche Verluste möglich sind.
- Lassen Sie sich nicht drängen. Aussagen wie "Nur heute verfügbar" oder die Aussicht auf besondere Bonuszahlungen sollen Sie zu schnellen Entscheidungen bewegen. Nehmen Sie sich Zeit und besprechen Sie das Angebot mit einer unabhängigen Person.
- Prüfen Sie den Anbieter. Sind Firmenname, Anschrift und Kontaktdaten nachvollziehbar? Prüfen Sie in der Unternehmensdatenbank der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), ob der Anbieter für die angebotene Tätigkeit in Deutschland zugelassen ist. Verlassen Sie sich nicht auf eine angebliche Lizenz auf der Werbeseite.
- Suchen Sie nach Warnungen oder nutzen die Bilder-Rückwärtssuche zur Überprüfung von Internetseiten (wegen möglicher "Deepfakes"). Beachten Sie insbesondere Warnmeldungen der BaFin und recherchieren Sie unabhängig nach Beschwerden. Gute Bewertungen und prominente Werbegesichter können gefälscht sein.
- Geben Sie keinen Zugriff auf Ihre Geräte. Installieren Sie keinesfalls auf Aufforderung angeblicher Anlageberater Fernzugriffsprogramme, um sich helfen zu lassen. Damit könnten Fremde Ihren Computer bedienen und Daten auslesen.
- Geben Sie niemals Passwörter oder Zugangsdaten für Bankkonten und Depots weiter.
- Zahlen Sie bei blockierten Auszahlungen nicht nach. Angebliche Steuern, Gebühren oder Versicherungen, die Sie vor einer Auszahlung zusätzlich überweisen sollen, sind ein deutliches Warnsignal. Stoppen Sie weitere Zahlungen.
Sie haben bereits Geld überwiesen? Dann handeln Sie sofort. Brechen Sie den Kontakt zu den mutmaßlichen Betrügern ab und überweisen Sie kein weiteres Geld. Informieren Sie sofort Ihre Bank oder Ihren Zahlungsdienstleister. Lassen Sie prüfen, ob Zahlungen noch gestoppt oder zurückgerufen werden können. Sichern Sie Nachrichten, E-Mails, Zahlungsbelege und Bildschirmfotos der Plattform. Erstatten Sie Anzeige bei Ihrer Polizei vor Ort.
Als Opfer einer Straftat sind Sie nicht auf sich allein gestellt. Eine erste Orientierung zu Beratungs- und Unterstützungsangeboten finden Sie im Präventionsportal der Polizei NRW. Sie können sich auch an die Mitarbeitenden des polizeilichen Opferschutzes in den hierfür zuständigen Organisationseinheiten Ihrer örtlichen Polizei wenden.
Der Betrug nach dem Betrug: Seien Sie auch nach festgestelltem Betrug vorsichtig. Es kommt vor, dass die Kriminellen unter dem Vorwand Unterstützung bei der Rückholung der Gelder zu leisten (zum Beispiel als Anwalt), erneut Kontakt suchen (sogenanntes "Recovery Scam"). Hierfür wird dann eine Vorabgebühr verlangt.
Die Themenseite "Online-Anlagebetrug" der Polizeilichen Kriminalprävention des Bundes und der Länder (ProPK) erklärt die Vorgehensweise der Kriminellen und bündelt Warnsignale sowie praktische Tipps. Weitere Informationen stellt das LKA NRW auf seiner Website zur Verfügung.
Sprechen Sie auch mit Ihrer Familie, Freundinnen und Freunden über die Masche. Helfen Sie mit, dass aus einem verlockenden Angebot kein finanzieller Verlust wird.