
Internationaler Frauentag im Kreis Mettmann
Zum Internationalen Frauentag haben wir die Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Mettmann gefragt, wie die Situation bei ihnen aussieht. Die Antworten sind ähnlich: Es habe schon Verbesserungen gegeben, aber es müsse noch viel getan werden.
Veröffentlicht: Mittwoch, 08.03.2023 09:49
Aus Wülfrath heißt es, die Stadtverwaltung sei zwar recht gleichmäßig mit Männern und Frauen besetzt. Aber es gelte die Daumenregel: Je wichtiger die Aufgaben werden, desto weniger Frauen geben. Das sehe man auch in der Politik, wo die meisten Fraktionen von Männern geführt werden. Bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf brauche es noch Verbesserungen, von denen dann auch Männer profitieren würden. In Erkrath wurden hier zum Beispiel die Möglichkeiten, von Zuhause aus zu arbeiten, in den letzten Jahren ausgebaut. Auch die Verantwortliche in Ratingen sieht noch viel Luft nach oben, was Frauen in Führungspositionen angeht. Hier würden immer noch Vorurteile im Weg stehen, die abgebaut werden müssten.
In der Monheimer Stadtverwaltung arbeiten aktuell mehr Frauen als Männer - das habe es noch nie gegeben. In der Vergangenheit sei auf das Thema Gleichstellung unter anderem bei Aktionen gegen Catcallling und in Workshops oder Austellungen aufmerksam gemacht worden. Ein Problem bei Feuerwehr oder Rettungsdienst sei, dass Frauen hier weniger ernst genommen werden. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Hilden freut sich, dass man sich auch mit den anderen Städten im Kreis vernetzt und zum Beispiel eine Regionalkonferenz für Frauen in Führungspositionen ins Leben gerufen hat. Nachholbedarf sehen die Gleichstellungsbeauftragten von Hilden sowie Erkrath vor allem bei der Sorgearbeit, ob für Kinder oder Eltern - die würden überwiegend Frauen übernehmen.
Die Kreisverwaltung betont in einem Zwischenbericht, dass Amts- und Abteilungsleitungen hier inzwischen paritätisch besetzt sind. Im Jahr 2015 lag der Frauenanteil hier noch bei 15%Aus dem Bericht geht aber auch hervor: Frauen nehmen über 90% der Elternzeit und Beurlaubung aus familiären Gründen in Anspruch. Das spiegele wider, dass der Großteil der Sorgearbeit, zum Beispiel die Pflege der Eltern, von Frauen übernommen wird.