
Gegen Ratinger wird wegen 9-fachen Mordversuchs ermittelt
Gegen den Ratinger, der gestern im Stadteil West für einen Großeinsatz der Polizei und Feuerwehr gesorgt hatte, wird wegen versuchten Mordes in 9 Fällen ermittelt, darüber hinaus auch wegen Brandstiftung.
Veröffentlicht: Freitag, 12.05.2023 15:21
Der 57-jährige Mann hat zusammen mit seiner Mutter in der Ratinger Wohnung im 10. Stock gelebt. Bei dem weiblichen Leichnam handelt es sich vermutlich um die Mutter des Tatverdächtigen. Die Frau ist offenbar schon seit Wochen tot und es gibt keine Hinweise auf ein Fremdverschulden. Staatswältin Laura Neumann über den Tatverächtigen:
Der 57jährige Tatverdächtige hat die Polizisten und Feuerwehrbeamten mit brennenden Wurfgeschossen beworfen (wahrscheinlich auf Benzinbasis). Einige der Einsatzkräfte erlitten dabei schwerste Verbrennungen. Anschließend hat der Mann die Wohnung selbst in Brand gesetzt. Die übrigen Einsatzkräfte haben nichtsdestotrotz die Wohnung betreten und den Mann überwältigt, der dabei leicht verletzt wurde.
Landrat Thomas Hendele ist erschüttert
Der Landrat der Kreises Mettmann äußerte sich im Radio-Neandertal-Interview fassungslos über den Angriff auf die Beamten.
Es gibt Hinweise darauf, dass der 57-jährige Ratinger aus dem Prepper-Millieu kommt. Die Polizei hat zahlreiche Vorräte gefunden, z.B. jede Menge Getränkekästen und Toilettenpapier. Sicher ist aber nicht, dass der Mann aus der Prepper-Szene stammt. Die Ermittlungen dazu laufen.
Die Chronologie bis zur Pressekonferenz
Der Tatablauf: Einsatzkräfte werden am Donnerstagmorgen in das Ratinger Wohngebiet mit vielen Hochhäusern gerufen. Der Grund: Sorge um eine Bewohnerin wegen eines übervollen Briefkastens. Als Polizei und Feuerwehr vor der Wohnungstür im 10. Stock stehen, reißt der 57-jährige Sohn der Frau plötzlich die Tür auf. Es kommt zu einer Explosion. Ein Feuerball trifft die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei. An dem Großeinsatz sind schließlich Dutzende Rettungswagen, Notärzte, Feuerwehrwehrautos und Polizeifahrzeuge beteiligt. Spezialkräfte sichern das gesamte Hochhaus ab, auf den Balkonen der gegenüberliegenden Wohnungen bringen sich Scharfschützen in Stellung. Spezialkräfte stürmen dann die Wohnung und nehmen den Mann fest. In der Wohnung wird eine weibliche Leiche gefunden.
Die Verletzten: Eine 25-jährige Polizistin und ein 29-jähriger Polizist werden lebensgefährlich verletzt. 22 weitere Beamte tragen leichte Verletzungen davon. Sieben Einsatzkräfte der Feuerwehr werden schwer verletzt. Bis heute (Freitag) befinden sich fünf schwer verletzte Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst im künstlichen Koma.
Der Verdächtige: Ein 57-jähriger Deutscher wird festgenommen, auch er ist verletzt. Laut Staatsanwaltschaft lag wegen eines nicht gezahlten Geldbetrags ein Vollstreckungshaftbefehl gegen ihn vor, er habe aber keine einschlägigen Voreintragungen.