
Ente, Taube und Co. - Nachwuchs auf dem eigenen Balkon
Nicht nur die Pflanzenwelt erwacht im Frühling, auch für die Tierwelt bedeutet er neues Leben, unter anderem für Vögel, die vermehrt ab März brüten - und das mittlerweile sogar ganz nah an uns Menschen, zum Beispiel bei Stefan aus Erkrath-Hochdahl: Auf seinem Balkon brütet zur Zeit eine Ente.
Veröffentlicht: Mittwoch, 25.03.2026 13:18
Hurra! bzw. Hilfe! - Bei mir brütet eine Taube oder eine Ente
Die Vorstellung, dass ein Vogel in direkter Nähe brütet, ist für die meisten sicher aufregend. Wann erlebt man schon mal einen brütenden Vogel oder sogar frisch geschlüpfte Küken? Ganz so rosig ist das Ganze aber nicht und es sollten ein paar Dinge beachtet werden, insbesondere wenn sich Tauben oder Enten auf dem eigenen Grundstück einnisten. Zu allererst gilt: Tauben und Enten stehen unter besonderem Schutz - Sobald der Vogel Eier gelegt hat, darf das Nest laut Tierschutzgesetz nicht mehr entfert werden.
Stadttauben oder Wildtauben?
Wie man mit brütenden Tauben verfährt, hängt in erster Linie davon ab, ob es sich um eine Stadt- oder eine Wildtaube handelt. Stadttauben haben das klassische graue Federkleid mit violett schimmernden Halsfedern. Brütet eine Stadttaube auf dem eigenen Grundstück, ist es erlaubt, die Eier im Nest der Taube gegen Attrappen - sogenannte Toneier - auszutauschen. Diese Maßnahme soll gegen die unverhältnismäßige Ausbreitung der Taubenpopulation helfen. Der positive Nebeneffekt: Die Zeit, in der sich die Tauben auf dem Balkon oder der Terasse aufhalten, verkürzt sich enorm, da die gesamte Nestlingszeit entfällt.
Bei Wildtauben hingegen ist ein Tausch der echten durch Toneier nicht erlaubt. Unter die Gattung der Wiltaube fallen die Ringeltaube und die Türkentaube: Die Ringeltaube ist deutlich größer als die Stadttaube und hat ein helleres, ins Bläuliche gehende Gefieder. Die Türkentaube hingegen ist etwas kleiner als die Stadtaube, ihr Erkennungsmerkmal ist ein schwarzer Ring um den Hals auf einem sonst stahlgrauen Federkleid.
Taubenküken bereits geschlüpft - was nun?
Oft bemerkt man das Nest erst, wenn die Küken bereits geschlüpft sind. Besonders dann sollte man den unmittelbaren Bereich um das Nest meiden und vor allem auf unnötigen Krach verzichten. Um die Nestzeit zu verkürzen, empfiehlt es sich außerdem, in der Nähe des Nestes eine Schale mit Wasser sowie eine mit Vogelfutter zu platzieren. Das beschleunigt das Wachstum der Küken und lässt sie daher schneller flügge werden.
Enten in der Stadt - kein Einzelfall
Ja, auch Enten - meist die klassischen Stockenten - verirren sich immer öfter in urbane Gebiete und nisten dementsprechend in Gärten, auf Terassen oder sogar Balkonen. Solange noch keine Eier im Nest liegen, darf das Nest ohne Weiteres entfernt werden. Hat die Ente aber bereits Eier gelegt, steht das Nest unter Naturschutz.
Sicherheit - für die Küken das A und O
Wenn sich Enten auf Dächern oder Balkonen einrichten, besteht für die noch flugunfähigen Küken natürlich die Gefahr, dass sie ungebremst in die Tiefe stürzen. Deswegen sollte schon zu Beginn der Brutzeit - am besten abends, wenn die Mutter auf Futtersuche geht - der Bereich rund um das Nest so weit abgesichert werden, dass die Küken an keiner Stelle vom Balkon stürzen können. Alter Karton oder eine alte Iso-Matte eignen sich besonders gut, um z.B. Lücken im Balkongeländer zu schließen.
Nach dem Schlüpfen - Vorsicht und Timing gefragt
Sind die Küken dann geschlüpft, wird es zwar besonders putzig aber auch ernst: Innerhalb der ersten 48 Stunden bringt die Mutter ihre Küken nämlich schon ans nächstgelegene Gewässer - eine für die Küken eine tödliche Mission, da sie noch nicht fliegen können und so den Weg vom Balkon in Richtung Wasser nicht überleben würden. Ab jetzt ist daher die Devise: So schnell wie möglich mit dem Tierschutz in Verbindung setzen - Der holt die Küken in den meisten Fällen ab und kümmert sich dann um die Umsiedlung an einen geeigneten Ort mit genügend Wasser.
Mit Vorbereitung auf der sicheren Seite - Wasserstelle
Wenn zur Zeit eine Ente auf der Terasse oder dem Balkon brütet, ist man damit nicht alleine. Dementsprechend überlastet ist auch der Tierschutz und es kann einige Tage dauern, bis die Küken abgeholt werden können. Dabei entsteht ein kleines Rennen gegen die Zeit, da sich die Entenfamilie zügig auf den Weg in Richtung Wasser macht, sobald das letzte Küken geschlüpft ist. Um die Entenwanderung ein wenig zu verzögern, empfiehlt der Tierschutz, eine große, flache Wasserschale in unmittelbarer Nähe des Nestes aufzustellen. Das rückt den Drang, in Richtung Wasser aufzubrechen, um einige Zeit nach hinten. Damit sind vor allem die Enten auf der sicheren Seite.
Die wichtigsten Anlaufstellen
- Für informationen und Tipps zum Verhalten während der Brut: NABU (Natuschutzbund Deutschland) Landesgeschäftsstelle NRW,
Tel.: 0211/1592510, E-Mail: Info@NABU-NRW.de
- Für die Aholung der Küken: Veterinärwesen Mettmann
Tel.: 02104/991952, E-Mail: veterinaerwesen@kreis-mettmann.de



