
Aus Alt wird Anders: Wie NIKAO Nachhaltigkeit neu denkt
Was andere wegwerfen, bekommt bei NIKAO ein zweites Leben. Das junge Unternehmen von Alina Jörns und Felix Ongirski verbindet Kreativität, Nachhaltigkeit, Leidenschaft und soziales Engagement und zeigt, dass aus scheinbar Überflüssigen Materialien etwas Neues mit mehr Bedeutung und vor allem Nützliches entstehen kann.
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Eine Idee, die im Hinterhof begann
Die Geschichte des Unternehmens NIKAO beginnt mit der kritischen Frage: Was passiert eigentlich mit den Materialien, die in unserer Gesellschaft als Abfall/Müll gelten? Alina Jörns beschäftigte sich während ihres Studiums intensiv mit den Missständen der Modeindustrie. Die angehende Designerin absolvierte einen Bachelor of Arts in Modedesign mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit und Slow Fashion. Dabei wurde ihr zunehmend bewusst, wie viele Ressourcen in der Produktion wirklich verbraucht werden und wie kurz die Lebensdauer vieler Produkte ist. Ein Praktikum bei einem Upcycling-Unternehmen brachte sie schließlich noch näher an eine mögliche Alternative. Statt neue Materialien herzustellen, werden beim Upcycling vorhandene Stoffe und Gegenstände kreativ weiterverwendet und in etwas Neues umgestaltet.
Zurück von ihrem Praktikum begann Alina mit kleinen Projekten: In minimalistischen Upcycling-Workshops in Hinterhöfen zeigte sie, was sich aus scheinbar ausgedienten Materialien herstellen lässt. Einer, der diese Entwicklung von Anfang an miterlebte, war Felix Ongirski ihr Partner. Der gebürtige Mettmanner, heute angehender Sozialarbeiter und Sozialpädagoge mit dem Schwerpunkt Offene Kinder und Jugendarbeit, erkannte schnell das Potenzial der Idee. Er motivierte Alina dazu, aus den ersten kleinen Workshops etwas größeres zu machen. Aus einer persönlichen Leidenschaft wurde schließlich ein gemeinsames Unternehmen: NIKAO wurde geboren.
Nachhaltigkeit, die im Alltag ankommt
Im Mittelpunkt von NIKAO steht die kreative Wiederverwertung und Neugestaltung von Materialien. Dabei geht es nicht nur darum, keinen Müll mehr zu produzieren. Die beiden Gründer möchten zeigen, dass Nachhaltigkeit kreativ, praktisch und alltagstauglich sein kann.
Die Materialen, mit denen NIKAO arbeitet, kommen aus den Unterschiedlichsten Bereichen des Alltags. Tetrapacks, alte Fahrradschläuche, LKW-Planen oder sogar Fallschirme können zu Ausgangsmaterial für neue Produkte verarbeitet werden. Entstehen kann dabei alles Mögliche. Besonders im Fokus stehen jedoch nützliche Alltagsgegenstände. Aus etwas, das ursprünglich für den Müll bestimmt war, wird also ein Gegenstand mit einer neuen Funktion und einer eigenen emotionalen Geschichte.
Zwei Menschen, Eine Vision
Bei NIKAO treffen zwei unterschiedliche Perspektiven aufeinander. Alina bringt ihr Wissen aus dem Modedesign, der Nachhaltigkeit und dem Slow Fashion ein. Felix ergänzt diese kreative Perspektive durch seinen sozialpädagogischen Hintergrund und seinem Interesse an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Gemeinsam wollen sie zeigen, dass nachhaltiges Handeln nicht kompliziert sein muss. Es kann dort beginnen, wo man genauer auf Materialien blickt, die normalerweise aussortiert werden, auf Produkte, deren Lebensdauer verlängert werden könnten, und auf kreative Ideen, die daraus folgen. NIKAO steht für mehr als Upcycling. Es geht um einen anderen tieferen Blick auf Ressourcen: Nicht alles, was alt, kaputt oder scheinbar nutzlos ist, muss gleich wertlos sein. Manchmal braucht es nur eine neue Idee, um etwas zu überwinden und daraus etwas ganz Neues entstehen zu lassen.
Ein Name mit besonderer Bedeutung
Auch der Name des Unternehmens vertritt eine Tiefere Idee und einen Spirituellen Gedanken des Gründungsduos. „Nikao“ stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet „überwinden“.
Der Begriff findet sich im Johannesevangelium, Kapitel 16, Vers 33. Dort spricht Jesus zu seinen Jüngern und macht ihnen Mut, sich angesichts der Herausforderungen der Welt nicht zu fürchten. Das Wort „überwinden“ spielt dabei eine zentrale Rolle.
Für Alina und Felix passt das "Überwinden" und dessen Bedeutung auch zu ihrer eigenen Philosophie: Bestehende Grenzen überwinden, Dinge neu denken und gestalten sowie aus vermeintlich Nutzlosem etwas persönliches und Wertvolles schaffen.